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Projekthistorie

Gefördert durch die Stiftung Innovation in der Hochschullehre wurde das Projekt DH Ruhr mit dem Ziel durchgeführt, grundlegende digitale Kompetenzen, Werkzeuge und Methoden nachhaltig in den geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Studiengängen der drei UA-Ruhr-Universitäten – Ruhr-Universität Bochum (RUB), Technische Universität Dortmund (TU Dortmund) und Universität Duisburg-Essen (UDE) – zu verankern.

Ausgangslage

Zum Projektstart bestand an den beteiligten Universitäten ein wachsendes Interesse am Themenfeld der „Digital Humanities“ (DH), jedoch fehlte vielerorts eine systematische curriculare Einbindung dieser Inhalte. Das Projekt setzte genau hier an: Es sollte Rahmenbedingungen und Lehrangebote schaffen, die digitale Methoden und Kompetenzen strukturell in die geisteswissenschaftliche Lehre integrieren und so langfristig verankern.

Umsetzung und Zusammenarbeit in der UA Ruhr

Die Kooperation erfolgte auf drei Ebenen:

  • Konzeptionell: Die Partneruniversitäten prüften gemeinsam Wege der curricularen Integration digitaler Kompetenzen in den Geisteswissenschaften und entwickelten entsprechende Module.

  • Inhaltlich: An allen drei Standorten wurden Module und Lehrformate entwickelt, erprobt und evaluiert, die sich an den zentralen Lernzielen der Digital Humanities orientierten.

  • Organisatorisch: Durch eine hochschulübergreifende Öffnung und Anerkennung der Module wurde ein gemeinsamer Lehr- und Zertifikatsrahmen geschaffen, der Studierenden der gesamten UA Ruhr offensteht.

Schwerpunktsetzungen an den Standorten: 

  • Ruhr-Universität Bochum: Entwicklung eines modularisierten Lehrangebots im Optionalbereich zur Förderung basaler DH-Kompetenzen. Im Mittelpunkt standen Data Mining, Textannotation und Korpusanalyse. Zudem entstand ein UA-Ruhr-weites Zertifikat „Digital Humanities“.

  • Technische Universität Dortmund: Fokussierung auf „Algorithmic Literacy“. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Statistik, Journalistik und weiteren Fächern befähigte Studierende, algorithmische Prozesse kritisch zu analysieren und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen zu reflektieren.

  • Universität Duisburg-Essen: Entwicklung und Weiterentwicklung digitaler Methoden in der Germanistik und Philologien, insbesondere im Bereich der digitalen Textaufbereitung, Annotation, Edition und korpuslinguistischen Forschung.

Ergebnisse und Wirkung

Nach zweijähriger Laufzeit konnte das Projekt die Grundlagen für ein dauerhaftes Lehrangebot im Bereich Digital Humanities im Verbund der UA Ruhr schaffen. Durch die enge Abstimmung der Module, den Einsatz offener Bildungsressourcen (OER) und die gemeinsame Zertifizierung wurde die strukturelle Integration digitaler Kompetenzen in den Geisteswissenschaften maßgeblich gestärkt. Das Projekt förderte nicht nur die Vernetzung der Lehrenden zwischen den Standorten, sondern trug auch zur Etablierung eines UA-Ruhr-weiten Kompetenznetzwerks im Bereich der digitalen Geisteswissenschaften bei.